Die Hauptstadt von Curaçao verfügt über alle Zutaten, die für einen mehr als angenehmen Aufenthalt bürgen: herrliches Klima, gutes Essen, entspannende Erholungsgebiete, strahlend blaues und zum Baden einladendes Meer sowie viele Sportmöglichkeiten. Doch Willemstad ist auch ein wertvoller Kulturschatz und eine Naturschönheit ersten Ranges – eine Stadt also, die Ihre Beachtung wirklich verdient.
1499 entdeckten die Spanier das zu den Inseln unter dem Winde gehörende Eiland Curaçao. Da sie am Namenstag von St. Anna an Land gingen, erhielt die tiefe Bucht an der Südküste von Curaçao den Namen Bahia de Santa Ana (St. Anna Bucht). Mit verblüffender Schönheit teilt der Wasserweg das alte Stadtzentrum von Willemstad in zwei Stadtteile: Punda (Der Punkt) und Otrobanda (Die andere Seite).
The Swinging Old Lady – Die Tanzende Alte Dame – so lautet der Spitzname dieser weltweit einzigen Ponton-Drehbrücke aus Holz. Der offizielle Name dieser 1888 gebauten und heute unter Denkmalschutz stehenden Brücke ist Koningin Emmabrug (Königin Emmabrücke). Die 168 Meter lange und mittlerweile autofreie Schönheit schaukelt in der St. Anna Bucht und verbindet Punda mit Otrobanda. Nach einer aufwändigen Renovierung startete die alte Dame im Mai 2006 in ein zweites Leben und ist jetzt wieder schwungvoller Mittelpunkt der alljährlichen Karnevalsparade.
Fort Amsterdam erinnert daran, dass Willemstad nicht immer frei von Bedrohungen war. Die Festung stammt aus dem Jahre 1635 und befindet sich an der äußersten Spitze der schmalen Landzunge an der Mündung der St. Anna Bucht. Ihre Aufgabe war es, den natürlichen Hafen, Schottegat genannt, zu beschützen. Fort Amsterdam diente auch als Hauptquartier für den Generaldirektor der Westindischen Kompanie oder den lokalen Gouverneur und bis zum heutigen Tag hat dort die Regierung der Niederländischen Antillen ihren Sitz. Es gibt übrigens mehrere Festungen auf der Insel, Fort Amsterdam ist jedoch die bekannteste.
Ein ganz besonderes Erlebnis ist ein Ausflug ins Curaçao Sea Aquarium, das den Besuchern einen faszinierenden Einblick in das Leben der ungefährlichen und gefährlichen Bewohner der Unterwasserwelt gönnt. Wer immer schon einmal mit Delfinen schwimmen wollte, kann hier seine Chance nutzen! Täglich werden Führungen angeboten und können Besucher den Fütterungen zusehen.
Bapor Kibra, Curaçao
In einem ehemaligen Militärhospital ist das Curaçao-Museum beheimatet. In diesem historischen Gebäude wird eine beeindruckende Sammlung alter Straßenlaternen, Statuen und Schiffskanonen gezeigt und machen die Besucher eine Reise in das Inselleben des 19. Jahrhunderts. Wunderbar sind die drei Stilzimmer mit typischen Curaçao-Möbeln und Gemälden von lokalen sowie niederländischen Malern. Auch eine Ausstellung über die ursprünglichen Inselbewohner, die Coquetillo-Indianer, ist dort zu sehen. Eine Führung durch das Museum ist möglich.
Van Leeuwenhoekstraat z/n, Willemstad
Die Niederländer haben einen wesentlichen und teilweise unschönen Beitrag zur Geschichte von Curaçao geleistet. Dieser Tatsache verdankt Kurá Hulanda seine Existenz, ein Gebäudekomplex im Herzen von Willemstad, wo heute auch ein Luxushotel untergebracht ist. Der Ort spielte im 17. und 18. Jahrhundert beim Sklavenhandel eine entscheidende Rolle als Durchgangsstation, denn hier wurden die aus Westafrika Verschleppten vor dem Weiterverkauf wieder aufgepäppelt. Heute zeigen sich die liebevoll restaurierten Kolonialhäuser in ihrer ganzen Pracht und beherbergen 80 Hotelzimmer sowie ein Völkerkundemuseum, wo das ganze Grauen des Sklavenhandels dokumentiert wird.
Im Münzenmuseum erwarten Sie kostbare Münzen- und Banknotensammlungen. Außerdem sind in den verschiedenen Vitrinen über 500 Edelsteine ausgestellt.