Schiphol, May 15, 2008 - Die niederländische Fluggesellschaft Martinair hat das Geschäftsjahr 2007 mit einem Verlust von 68,9 Mio Euro abgeschlossen. Im Vorjahr lag der Verlust noch bei 7 Mio Euro. Der Umsatz lag 2007 bei 951 Mio Euro, was in etwa dem Vorjahreswert entspricht.
Besondere Belastungen entstanden vor allem durch die umfangreiche Erneuerung der Cargo-Flotte sowie die Kosten für die Einstellung des innereuropäischen Flugbetriebs mit den dafür eingesetzten zwei Airbus A320 Flugzeugen. 120 Mitarbeiter verließen das Unternehmen auf freiwilliger Basis. Hierfür wurden Ausgleichszahlungen ausgewiesen. Ein wesentlicher Posten ist zudem eine Rückstellung zur Absicherung eventueller Forderungen aus einer Untersuchung amerikanischer Behörden im Cargo-Geschäft zahlreicher Airlines, darunter auch Martinair.
Vier moderne Boeing 747-400BCF sind nunmehr bei Martinair Cargo im Einsatz und ersetzen die älteren Boeing 747-200. Ihre Effizienz, das erweiterte Frachtvolumen und die flexibleren Einsatzmöglichkeiten sind der Grundstein für eine Ausweitung des erfolgreichen Cargo-Betriebs.
Auch dies ist ein weiterer Schritt in Richtung Konzentration auf das Kerngeschäft der Martinair, den Flugbetrieb. Hier wurden bereits verschiedene Maßnahmen eingeleitet, darunter auch die Fokussierung auf Destinationen in der Karibik und Kanada sowie eine Kooperation mit American
Airlines für umfangreiche Südamerika-Verbindungen vom Martinair-Hub Miami.
Um den Ansprüchen dieses Kerngeschäfts Rechnung zu tragen, werden zum Jahresende 2008 die Bauarbeiten für den neuen, modernen Firmensitz der Martinair am Flughafen Amsterdam Schiphol beginnen. Außerdem wurden vor wenigen Tagen die neuen Uniformen der Flugbegleiter, Cockpitbesatzungen und des Bodenpersonals vorgestellt.
Nicht zuletzt steht auch noch eine umfassende Erneuerung der Passagierflotte an. Dazu ist Martinair in intensive Verhandlungen mit Airbus, Boeing und den Leasinggesellschaften eingetreten.
Mit dem modernen Ersatz für die B767-Flotte wird Martinair zukünftig zahlreiche neue Destinationen in sein Netzwerk integrieren können.